Anheizen

1. Primär- und Sekundärluft maximal öffnen! (Achten Sie auch darauf, dass    die ggf. In Ihrem Rauchrohr eingebaute Drosselklappe ganz geöffnet ist).
2. 2 bis 3 Anzündwürfel auf den Rost legen, darauf kleine Holzstücke legen.
3. Entzünden Sie die Würfel und lehnen Sie die Feuertür zunächst nur an    (nicht ganz schließen), damit die Rauchgase nicht gleich an der    Sichtscheibe kondensieren können. So vermeiden Sie, dass die    Sichtscheibe schnell verrußt.
4. Öffnen Sie beim Nachlegen von Brennstoff die relativ große Tür vorsichtig,
   damit Sie nicht durch Sog-Wirkung Rauchgase in den Wohnraum ziehen.
5. Legen Sie nur soviel Brennstoff auf, wie in der Bedienungsanleitung    angegeben wird.
6. Hat Ihr Ofen Betriebstemperatur erreicht, schließen Sie die Primärluft    stufenweise nur so weit, dass Sie noch "lebhafte Flammen" beobachten    können.
7. Regeln Sie möglichst Ihren Wärmebedarf mit der Aufgabemenge des    Brennstoffs.
8. Ein zu starker Drosselbetrieb ist zu vermeiden, da er zu unnötiger    Umweltbelastung sowie zu starker Verschmutzung des Feuerraums, der    Sichtscheibe und der Rauchgaszüge führt.

   Wir empfehlen die Sekundärluft ganz geöffnet zu lassen, damit    möglichst viel "Scheibenspülluft" ein Beschlagen der Sichtscheibe    verhindert.

Der Brennraum:

Um eine optimale Verbrennung zu erzielen, muss die Sekundärluft richtig dosiert und dort zugeführt werden, wo eine hohe Umgebungstemperatur (>500°C) vorhanden ist. Nur dann ist eine einwandfreie Reaktion des Sauerstoffs mit den noch nicht nachverbrannten Rauchgasen möglich. Die Brennräume sind daher mit Skaramol- oder Schamotteplatten ausgerüstet, die den Brennraum so isolieren, dass fast während des gesamten Brennvorganges die notwendigen Temperaturen erreicht werden.

Skaramolplatten bestehen aus hochdruckgepresstem Vermiculite, einem glimmerartigen Naturprodukt. Schamotteplatten bestehen aus zerkleinertem Ton der mehrfach gebrannt wird Durch die hohen Temperaturen entstehen auf den Oberflächen der Schutzplatten im Bereich des Feuers fast keine Rußablagerungen. Geringe Ablagerungen brennen sich selbst wieder frei. Eine mechanische Reinigung ist nicht notwendig und auch zu vermeiden, da sonst Beschädigungen an der Oberfläche entstehen können.

Beim Beschicken mit Brennstoff ist darauf zu achten, dass die Holzscheite nicht zu fest gegen die Platten gestoßen werden. Der Aufstellraum sollte keinesfalls zu klein für den Ofen sein. Überdimensionierte Öfen müssen ständig gedrosselt werden und können dadurch nicht optimal ausbrennen. Folge ist, dass die Sichtscheibe beschlägt und alle rauchgasführenden Teile durch kondensierende Rauchgase verteeren können. Zu klein dimensionierte Geräte werden häufig überlastet, können nach kurzer Zeit Undichtigkeiten aufweisen und verringern damit ihre Lebensdauer erheblich.

Das Raumheizvermögen eines Kaminofens ist natürlich stark von der Bauweise des Hauses (Alt-, Neubau, Dämmung, etc.) Abhängig. Als Faustformel kann man sagen, dass ein Ofen pro 5 qm Wohnraum nicht mehr als 1 kW Nennwärmeleistung haben sollte. Andersherum reicht 1 kW Nennwärmeleistung für ca. 10 qm aus. Öfen die nach der österreichischen 15a-Verordnung zertifiziert sind haben jeweils eine Prüfung bei Voll- und bei Halblast absolviert und decken somit den oben genannten Heizleistungsbereich voll ab.

Verschmutzte Scheiben

Ein häufiges Problem bei Kaminöfen und bei Kaminen mit Glastüren. Die Abgase kondensieren an der (relativ) kalten Scheibe und schwärzen die innere Oberfläche. Erste Regel: Legen Sie das Brennholz ganz nach hinten gegen die Rückwand. Legen Sie die Holzscheite immer quer in den Ofen, niemals mit der Stirnseite zur Scheibe (an den Stirnseiten tritt das meiste Holzgas aus!). Verwenden Sie nur trockenes (mind. 2-3 Jahre abgelagert) unbehandeltes Holz (keinen Holzabfall).

Gut konstruierte Feuerstätten verhindern die Schwärzung der Scheiben
durch geschickt vorgeheizte Verbrennungsluft, die von innen an der Scheibe entlanggeführt wird (Sekundärluft). Dieses System funktioniert aber nur, wenn gleichzeitig die Primärluft (Luftführung durch die Ascheschublade bis unter die Flamme) weit gedrosselt oder ganz geschlossen wird.

Die Primärluft bleibt nur während der Anheizphase geöffnet. Manchmal nützen auch diese Tipps nichts: Dann ist Ihr Ofen entweder undicht ("Falschluft" pfeift unkontrolliert durch Tür und Ascheschublade in den Brennraum) oder Ihr Ofen ist konstruktiv nicht mit einer funktionsfähigen "Scheibenspülung" ausgestattet: Sekundärluftschieber im Bereich des Scheibenrahmens lassen nur kalte Luftschleier zur Scheibe gelangen und halten die Scheibe meist nur stellenweise durchsichtig. Es gibt auch Öfen, an denen die Sekundärluft nicht geregelt werden kann. Hier hilft nur eine Drosselklappe im Abgasrohr, die bei zu starkem Schornsteinzug ein unkontrolliertes Abbrennen des Brennstoffes verhindert. Einige Ofen-Typen verzichten ganz auf eine Sekundärluftregelung. Diese Öfen sind für die Verbrennung von Holz kaum geeignet (eher für Brikett und Steinkohle) und werden i.d.R. auch nicht mit einer Glastür ausgestattet.

Unser Tipp aus Oma´s Zeit: Leicht verrußte Scheiben lassen sich mit feuchtem Zeitungspapier, das in die kalte Asche getunkt wurde, mühelos wieder säubern.

Schamottsteine gebrochen

In der Schamottierung von Öfen und Kaminen bilden sich häufig dünne Risse. Dies ist normal wenn man bedenkt, dass an den Schamottsteinen Temperaturen von über 600°C entstehen können. Die hohen Temperaturen sorgen für optimale Nachverbrennung der Abgase und verhindern Kondensation und Teerbildung im Brennraum. Kritisch wird es erst, wenn sich Teile der Schamottierung herauslösen und in den Ofen fallen. Es kann dann zu Schäden am Mantel der Feuerstätte oder (bei Kaminen) zu übermäßiger Erwärmung der Gebäuderückwand kommen.

Rauchaustritt beim Nachlegen von Holz

Dieses Problem tritt häufig bei Kaminöfen mit großen Türöffnungen auf. Wenn man während des Betriebes die Tür öffnet, muss der Schornstein
plötzlich die achtfache Luftmenge fördern, um im gesamten Türöffnungsbereich einen Unterdruck zu erzeugen, damit nichts rausqualmt. Der Schornstein ist hierzu nur in der Lage, wenn er einen ausreichenden Querschnitt und genügend wirksame Höhe hat.

Man sollte deshalb vor dem Kauf eines Ofens vom Schornsteinfeger prüfen lassen, ob der Schornstein für einen Kaminofen mit Panoramascheibe (freier Querschnitt bei geöffneter Tür über 1200 cm³) geeignet ist. Falls dies nicht der Fall ist, kann man auf Öfen mit kleinerer Tür ausweichen. Haben Sie bereits den "verkehrten" Ofen im Wohnzimmer stehen, helfen manchmal auch folgende Tricks:

- Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück    in der richtigen Position (offen) steht.
- Öffnen Sie die Tür erst einen Spalt weit und warten ein paar Sekunden,    dann die Tür ganz langsam so weit wie nötig öffnen und das Holz    nachlegen.
- Legen Sie das Holz ganz nach hinten quer in den Brennraum.
- Bei einigen wenigen Modellen ist die obere Prallplatte (meist aus    Schamotte) ab Werk sehr breit und lässt seitlich zu wenig Abgas vorbei.    Man kann diese Prallplatte evtl. um einige Zentimeter kürzen, um den    abgasseitigen Widerstand zu verringern.
- Grundsätzlich wirkt sich ein senkrechter Rauchgasabgang nach oben   positiver auf die Funktion eines Ofens aus als ein Abgang nach hinten.
- Prüfen Sie, ob das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein sauber ist.

Übrigens:
Es gibt auch Öfen, die beim Öffnen der Tür die obere Prallplatte anheben, um den abgasseitigen Widerstand zu verringern und das Austreten von Rauch zu verhindern (nur im oberen Preissegment).

Ofen "zieht" nicht

Die Ursache liegt meistens in einem verschmutzten Verbindungsstück oder am Schornstein. Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht. Beim Anheizen drückt oft Rauch zurück, weil der Schornstein noch keine Wärme bekommen
hat. Ein Schornstein "zieht" nur, wenn er innen wärmer ist als außen. Insbesondere Schornsteine, die an der Außenwand hochgeführt worden sind, brauchen erst einen kleinen "Anschwung".
Hier hilft im Notfall Omas Hausmittelchen: Etwas Papier in die untere Reinigungsöffnung legen und anzünden. Danach kann man den eben erzeugten Auftrieb für den Anheizvorgang nutzen. Eventuell ist der Querschnitt des Schornsteines nicht ausreichend bzw. die Ofentür zu groß (siehe oben: Rauch beim Nachlegen von Holz).

Ofen wird zu heiß, Holz brennt zu schnell weg

Die meisten Kaminöfen haben eine Wärmeleistung von ca. 6 - 8 kW. Für ein durchschnittliches Wohnzimmer von 30 m² recht viel (Wärmebedarf im Neubau bei -10°C = ca. 2 - 3 kW). Die Folge ist eine Raumtemperatur von 30°C und mehr. Sie sollten versuchen, weniger Holz aufzulegen und die Flamme klein zu halten. Evtl. liegt das Problem auch an Ihrem Ofen: Wenn die Türdichtungen oder der Scheibenrahmen undicht sind, lässt sich der Ofen nicht mehr richtig drosseln. Wenn die Scheibe beim Antippen klappert, muss der Dichtrahmen nachgezogen werden.

Die Türdichtung ist ein Verschleißteil und sollte regelmäßig auf Funktion geprüft werden. Der Türgriff sollte beim Verriegeln die Tür fest in die Dichtung drücken. Die Ascheschublade muss am Anschlag vollständig abdichten. Wenn alles nichts hilft, ist vielleicht die Tür verzogen oder der Kaminofen hat große Fertigungstoleranzen. Dieses Problem tritt häufig bei sehr einfachen Kaminöfen mir geringen Qualitätsanforderungen auf.